Ratgeber · E-Invoicing

Verpflichtende E-Rechnung in SAP umsetzen

Die E-Rechnung wird Pflicht – in Deutschland gestaffelt ab 2025/2027/2028, EU-weit getrieben durch ViDA. Dieser Leitfaden erklärt, was eine E-Rechnung ist, wer ab wann betroffen ist, welche Formate gelten und wie Sie sie in SAP umsetzen.

Von Aleksandar Prvulovic · Geschäftsführer & SAP-Berater, AP IT · Veröffentlicht 21. Juni 2026 · Lesezeit ~6 Min.

Das Wichtigste in Kürze

Eine E-Rechnung ist eine Rechnung im strukturierten Format nach EN 16931 (z. B. XRechnung, ZUGFeRD) – kein PDF-Bild. In Deutschland müssen B2B-Unternehmen seit 1.1.2025 E-Rechnungen empfangen können; Papier/PDF im B2B sind noch bis Ende 2026 erlaubt (bei bis zu 800.000 € Vorjahresumsatz bis Ende 2027), ab 1.1.2028 ist das Ausstellen strukturierter E-Rechnungen Pflicht für alle. Österreich verlangt E-Rechnungen im öffentlichen Bereich (B2G) bereits seit 2014 über e-rechnung.gv.at; EU-weit kommt die Pflicht für innergemeinschaftliche B2B-Umsätze über ViDA ab Juli 2030. In SAP setzen Sie das mit Document and Reporting Compliance (DRC) plus Integration Suite oder PI/PO und PEPPOL um.

⚠️ Rechtsstand 2026. Fristen und Schwellen können sich ändern. Bitte die jeweils aktuelle Rechtslage für Ihr Land prüfen – dieser Leitfaden ersetzt keine Steuer-/Rechtsberatung.

Was ist eine E-Rechnung?

Eine E-Rechnung ist eine Rechnung in einem strukturierten, maschinenlesbaren Format nach der europäischen Norm EN 16931. Sie kann automatisiert verarbeitet werden. Ein per E-Mail verschicktes PDF oder ein eingescanntes Bild gilt ausdrücklich nicht als E-Rechnung im Sinne der gesetzlichen Pflicht – entscheidend ist der strukturierte Datensatz (XML), nicht die Optik.

Wer ist ab wann verpflichtet? (DE, AT, EU)

RaumWas giltAb wann
Deutschland B2BEmpfangen können (Pflicht für alle)seit 1.1.2025
Deutschland B2BAusstellen ab > 800.000 € Vorjahresumsatzab 1.1.2027
Deutschland B2BAusstellen für alleab 1.1.2028
Österreich B2GE-Rechnung an den Bund (USP/PEPPOL)seit 2014
EU (ViDA)Digital Reporting + E-Invoicing für intra-EU B2Bschrittweise Richtung 2030+

Welche Formate gibt es? (XRechnung, ZUGFeRD, PEPPOL)

Alle drei können EN-16931-konform sein. Welches Format passt, hängt von Land, Empfänger und Übertragungsweg ab.

Wie setzen Sie E-Rechnung in SAP um?

  1. Pflichten klären. Pro Land/Empfänger feststellen, welche Pflicht (Empfang/Versand), welches Format, welcher Übertragungsweg gilt.
  2. SAP DRC einrichten. SAP Document and Reporting Compliance (früher eDocument) erzeugt die länderspezifischen E-Rechnungen und Meldungen.
  3. Integration anbinden. Versand/Empfang über die SAP Integration Suite oder PI/PO – häufig an einen PEPPOL-Access-Point.
  4. Partner/Empfänger onboarden. Adressdaten, PEPPOL-IDs und Formate je Geschäftspartner hinterlegen und testen.
  5. Test & Go-live. End-to-End testen (Erzeugen → Validieren → Versand → Empfang), dann je Welle live; Monitoring aufsetzen.

Häufige Stolpersteine

Häufige Fragen

Was ist eine E-Rechnung?
Eine Rechnung im strukturierten Format nach EN 16931 (z. B. XRechnung, ZUGFeRD). Ein PDF-Bild zählt nicht.
Ab wann gilt die Pflicht in Deutschland?
Empfangen seit 1.1.2025; Ausstellen ab 1.1.2027 (> 800.000 € Umsatz) bzw. 1.1.2028 (alle). Stand 2026 – Rechtslage prüfen.
Gilt das auch in Österreich?
B2G seit 2014 (USP/PEPPOL); eine generelle B2B-Pflicht besteht Stand 2026 noch nicht, kommt aber über EU ViDA.
Wie setzt man es in SAP um?
Mit SAP Document and Reporting Compliance (DRC) plus Integration Suite/PI/PO und PEPPOL-Access-Point.

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Offizielle Quellen

Externe Links zu den maßgeblichen Originalquellen. Stand der Recherche: Juni 2026.