Ratgeber · EDI & B2B

EDI mit SAP: Partner anbinden & Formate

EDI verbindet Ihre SAP-Prozesse direkt mit denen Ihrer Geschäftspartner – ohne manuelle Erfassung. Dieser Leitfaden erklärt, was EDI ist, wie es über IDoc und die Integration Suite funktioniert, welche Formate und Übertragungswege es gibt und wie eine Partner-Anbindung abläuft.

Von Aleksandar Prvulovic · Geschäftsführer & SAP-Berater, AP IT · Veröffentlicht 21. Juni 2026 · Lesezeit ~6 Min.

Das Wichtigste in Kürze

EDI ist der elektronische Austausch von Geschäftsdokumenten (Bestellung/ORDERS, Lieferavis/DESADV, Rechnung/INVOIC) zwischen Unternehmen im Standardformat. UN/EDIFACT ist der von der UNECE gepflegte internationale Standard, in Nordamerika dominiert ANSI X12, in der Automobilindustrie VDA. In SAP läuft das über das IDoc als internes Format; eine Middleware – PI/PO oder die SAP Integration Suite mit Trading Partner Management (TPM) – konvertiert in das Partnerformat und überträgt über Protokolle wie AS2, OFTP2 oder SFTP. Das konkrete Format und die Belegarten gibt meist der Geschäftspartner vor; Partner-Onboarding, Mapping und Test sind der Hauptaufwand. Auf der Integration Suite lässt sich EDI gemeinsam mit der E-Rechnung als Managed Service betreiben.

Was ist EDI?

EDI (Electronic Data Interchange) ist der automatisierte Austausch strukturierter Geschäftsdokumente zwischen Unternehmen. Statt PDFs zu mailen oder Daten manuell zu erfassen, senden die Systeme Bestellungen, Auftragsbestätigungen, Lieferavise (ASN) und Rechnungen direkt maschinenlesbar. Das spart Zeit, reduziert Fehler – und ist von großen Handels- und Industriepartnern (Handelsketten, OEMs) häufig Voraussetzung für die Zusammenarbeit.

Wie funktioniert EDI in SAP? (IDoc, PI/PO, Integration Suite)

SAP nutzt intern das IDoc (Intermediate Document) als standardisiertes Datenformat. Eine Middleware übernimmt die Übersetzung: Sie wandelt das IDoc in das EDI-Format des Partners um (Mapping) und überträgt es über das vereinbarte Protokoll. Dafür kommen SAP PI/PO oder – zukunftssicher – die SAP Integration Suite (mit B2B-/Trading-Partner-Funktionen) zum Einsatz. Alternativ läuft EDI über einen externen EDI-Dienstleister (VAN).

EDI von SAP PI/PO auf die Integration Suite (BTP) migrieren

Weil die PI/PO-Mainstream-Wartung Ende 2027 ausläuft, ziehen viele Unternehmen ihre EDI-Strecken auf die SAP Integration Suite (BTP). Das Gute: Das IDoc bleibt unverändert – im SAP-System ändern sich nur die Anbindungspunkte. Die EDI-Szenarien werden als iFlows auf BTP nachgebaut, die Partnerverwaltung läuft über Trading Partner Management (TPM), und die Übertragung (AS2/SFTP) wandert in die Cloud.

SAP-seitig werden die Ports umgestellt: Die WE21-Portdefinitionen (zuvor auf den PI/PO-Adapter) zeigen künftig auf die BTP-Strecke, die WE20-Partnervereinbarungen bleiben weitgehend bestehen. Die Mappings (IDoc ↔ EDIFACT) werden in den iFlows neu umgesetzt – häufig per XSLT. Entscheidend ist dabei strikte EDIFACT-Konformität: Schon ein falsch gesetztes UNA-Servicezeichen (ISO 9735) führt dazu, dass strenge Partner-Parser die Nachricht ablehnen.

Managed EDI auf SAP BTP: schneller mit fertigen Bausteinen

Managed EDI bedeutet, dass AP IT Aufbau und Betrieb übernimmt – auf der SAP BTP Integration Suite mit Trading Partner Management, in EU-Rechenzentren (Frankfurt), DSGVO-konform. Statt jede Strecke von Grund auf zu bauen, setzen wir vorgefertigte, getestete iFlow-Bausteine für die gängigen Handels-Belegarten und einsatzfertige Partner-Profile (z. B. für große Handelsketten) ein. So gelingt das Partner-Onboarding in rund 5 Werktagen statt Wochen – inklusive 24/7-Monitoring und IDoc-Fehlerbehandlung.

RichtungStandard-Belegarten (EDIFACT ↔ SAP IDoc)
Outbound (IDoc → EDIFACT)ORDERS (Bestellung), ORDRSP (Bestellbestätigung), DESADV (Lieferavis), INVOIC (Rechnung), PRICAT (Preiskatalog)
Inbound (EDIFACT → IDoc)RECADV (Wareneingang), REMADV (Zahlungsavis), INVRPT (Bestandsbericht), ORDCHG (Bestelländerung), SLSRPT (Abverkaufsbericht)

Welche EDI-Formate und Übertragungswege?

BereichOptionenTypisch für
FormateUN/EDIFACT, ANSI X12, VDA & Odette, XML-basiertEDIFACT in Europa, X12 in Nordamerika, VDA/Odette in der Automobilbranche
ProtokolleAS2, OFTP2, SFTP, X.400, PEPPOL/AS4AS2 im Handel, OFTP2 in der Automobilbranche, PEPPOL für E-Rechnung/B2G
BelegartenBestellung, Auftragsbestätigung, Lieferavis (ASN), RechnungBeschaffung & Logistik

Wie binden Sie einen EDI-Partner an? (5 Schritte)

  1. Vorgaben klären. Welche Belegarten, welches Format (EDIFACT/X12/VDA), welches Protokoll und welche Test-Anforderungen gibt der Partner vor?
  2. Mapping definieren. Felder zwischen SAP-IDoc und Partnerformat zuordnen – inkl. Stammdaten und Codelisten.
  3. Transport einrichten. Verbindung (z. B. AS2/OFTP2) inkl. Zertifikate und Sicherheit aufsetzen.
  4. Testen. Testbelege mit dem Partner austauschen, Fehlerfälle und Quittungen (z. B. FUNACK/CONTRL) prüfen.
  5. Go-live & Monitoring. Produktiv schalten und Überwachung/Fehlerbehandlung etablieren – auf Wunsch über AMS.

Häufige Stolpersteine

Häufige Fragen

Was ist EDI?
Der automatisierte Austausch strukturierter Geschäftsdokumente (Bestellung, Lieferavis, Rechnung) zwischen Unternehmen – ohne manuelle Erfassung.
Wie funktioniert EDI in SAP?
SAP nutzt IDocs; eine Middleware (PI/PO oder Integration Suite) wandelt sie ins Partnerformat (z. B. EDIFACT) und überträgt über AS2/OFTP2.
Welche EDI-Formate gibt es?
UN/EDIFACT (Europa), ANSI X12 (Nordamerika), VDA/Odette (Automobil) und XML-Formate. Der Partner gibt es meist vor.
Was ist ein IDoc?
Das standardisierte SAP-Datenformat für Geschäftsbelege – die Brücke zwischen SAP-Anwendung und EDI-Konvertierung.

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Offizielle Quellen

Externe Links zu den maßgeblichen Originalquellen. Stand der Recherche: Juni 2026.